Durchgeführte Einsätze

Am 17. Juli wurde der Aiut Alpin Dolomites bereits früh morgens zu einem Arbeitsunfall nach Vintl geschickt, ein einheimischer Mann hat sich während der Arbeiten mit einem Schaufelbagger an den Beinen verletzt und musste nach Brixen ins Krankenhaus geflogen werden.
Am Nachmittag ging es dann zum Plattkofel, wo ein amerikanischer Wanderer gestürzt und einige Meter über unwegsames Gelände gerutscht war; dabei erlitt er ein Schädel-Hirn-Trauma sowie eine tiefe Schnittwunde im Gesicht. Mit der Seilwinde wurden Arzt und Bergretter zum Verletzten herabgelassen, nach der Erstversorgung wurde der Patient geborgen und ins Krankenhaus von Bozen geflogen.
Ebenfalls nach Bozen geflogen wurde eine 33jährige Münchner Mountainbikerin, welche bei einem Sturz auf der Seiseralm hart mit dem Kopf aufgeschlagen war und zudem eine schmerzhafte Schulterfraktur erlitten hatte.
Gegen Abend eilte die Mannschaft dann noch nach St.Christina zu einem 4jährigen Mädchen mit einem Fieberkrampf. Glücklicherweise war der Zustand des Mädchens nicht so besorgniserregend wie anfangs angenommen, dennoch wurde es zusammen mit seiner Mutter zur Abklärung nach Bozen ins Krankenhaus geflogen.

Am 18. Juli wurden ganze 9 Einsätze verzeichnet, sieben davon in den ladinischen Tälern. Unter anderem ist man nach Kolfuschg zu einem 49jährigen serbischen Mitarbeiter eines Hotels geflogen, der morgens leblos in seinem Bett aufgefunden wurde. Leider blieb dem Arzt nicht anderes übrig als den bereits eingetretenen Tod festzustellen, der Mann war im Schlaf verstorben.
Ein herausfordernder Einsatz für den Arzt wurde kurz darauf auf Monte Piana in der Provinz Belluno verzeichnet, ein 31jähriger Paragleiter war abgestürzt und hatte sich schwer verletzt. Der junge Pilot wurde intubiert um die Vitalfunktionen zu garantieren, anschließend wurde er nach Bozen geflogen, wo er in die Intensivstation aufgenommen wurde.
Das starke Gewitter war am frühen Abend gerade über Pontives hinweggezogen, da gingen bereits die ersten Alarmierungen ein: 2 Alpinisten waren auf der Adang-Führe am Sas Ciampac in den Starkregen geraten und kamen nicht mehr weiter. In Zusammenarbeit mit der Bergrettung Hochabtei gelang es, die beiden mittels Fixtau
( 50 mt) zu bergen und nach Corvara zu fliegen.
Von da aus ging es direkt zum Langkofel, auch hier waren 2 italienische Alpinisten ins Unwetter geraten und trauten sich nicht mehr weiter. Im Schwebeflug konnten die beiden an Bord genommen und zu ihrem Auto am Sellajoch geflogen werden.
Vom Sellastock ging auch der dritte Notruf ein, 2 Alpinisten aus Neuseeland befanden sich in der drittletzten Seillänge der Kasnapoff-Führe am 2. Sellaturm, als sie vom Unwetter überrascht wurden. Beide waren nass bis auf die Knochen und bereits stark unterkühlt. Mit einer 70 Meter langen Seilwinde konnten auch diese beiden Sportler unverletzt in Sicherheit gebracht werden.
Alle diese Alpinisten waren bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen gestartet und hatten keine wasserdichte, warme Jacke dabei. Unser Appell ist daher stets für jegliche Temperaturumschwünge gewappnet zu sein und zumindest ein warmes Kleidungsstück mitzunehmen.

Am 19. Juli ging über die Leitstelle Trient ein Notruf vom Rosengarten ein, genauer gesagt vom Weg „Le Scalette“, wo sich ein deutscher Wanderer nicht wohlfühlte. Als der rote Hubschrauber eintraf hatte sich der Mann soweit erholt, dass er den Transport verweigerte. Der Aiut Alpin Dolomites konnte somit zurück in die Basis nach Pontives fliegen, wo kurz darauf eine Ambulanz des Weißen Kreuzes mit einer französischen Patientin mit Herzproblemen eintraf. Nach einer ersten Therapie vor Ort konnte die Ambulanz den Transport ins Krankenhaus fortführen, es war nicht notwendig die Frau zu fliegen.

Am 23 Juli wurden drei Einsätze verzeichnet, diesmal allesamt außerhalb der ladinischen Täler: am Hochfeiler hatten Alpinisten eine Frau am Grat abstürzen sehen und Alarm geschlagen. Leider hatte die Frau den Sturz nicht überlebt, der Leichnam wurde mit der Winde geborgen und nach Pfitsch geflogen.
Am frühen Nachmittag ging es dann zum Hirzer, wo ein 77jähriger Wanderer gestürzt war und dabei eine Hüftfraktur erlitten hatte. Er wurde ebenfalls mit der Winde geborgen und ins Krankenhaus von Meran geflogen.
Der dritte und letzte Einsatz des Tages galt einer bundesdeutschen 34jährigen Frau am Ritten, welche über starke Brustschmerzen klagte. Mit Verdacht auf einen Infarkt wurde die Frau in die Kardiologie nach Bozen geflogen.